Wie sage ich es?

Früher habe immer sehr gern Briefe geschrieben.  Brieffreunde hatte ich in und um Deutschland.

Ich habe es geliebt ihnen regelmäßig zu schreiben, mit ihnen hin und her zu kommunizieren, zu schreiben, wie ich spreche und mich so doch etwas intensiver mitzuteilen, als über das Telefon. Die Worte überbrückten die großen Entfernungen.

Es war ganz einfach: ich hatte genau gelernt wie das geht, in der Schule und von meinen Eltern wurde mir folgendes empfohlen: Anrede war bei Freunden immer „Liebe…. / Lieber…. Name und Komma. Und erster Satz war zwingend: „wie geht es dir? Mir geht es gut“, dann die Antwort. Ob es stimmte, war erst einmal uninteressant. Das verstand man unter höflichem Kontakt.

Und heute?

Ich schreibe viele Mails. Solche an Geschäftskontakte und auch an liebe Freunde, und um die letzteren soll es jetzt gehen. Es gibt nämlich tatsächlich in meinem Freundeskreis Menschen, die keinen messenger, geschweige denn ein smartphone benutzen. Es nervt sie einfach. Und da schreibe ich gerne per Mail mti ihnen. Sie beantworten meist abends, nach Feierabend und es ist auch voll ok. Ich weiß sie nehmen sich extra Zeit und genießen diese Zeit. Wenn ich ihnen antworte kommt dann in letzter Zeit häufiger für mich die Frage auf, wie fange ich an? Also ganz ehrlich: Hallo oder Liebe,  als Anrede in einer Mail wirkt irgendwann spröde.  Vor allem mit meinen besten Freunden, da ist es mir wichtig, dass es persönlich ist.

Also wie fange ich an, um nicht immer wieder das gleiche, etwas langweilige Begrüßungswort zu verwenden?

lieber doch

„Hallo“….?

Nein, heute nicht

 

„Liebe/r“….?

Klingt irgendwie abgedroschen

 

Und jetzt?

Vielleicht: „Guten Morgen“ ?  oder „Guten Tag“ oder „N`Ábend“ ?

Hm, könnte gehen oder nein, eher nicht

 

Es scheint im freundschaftlichen Mailkontakt schwierig in die Nachricht einzusteigen. Warum eigentlich? Bin ich es gewohnt mit dem Messenger gleich eine Kommunikation zu beginnen oder ist mir der gewohnte Briefstil einfach zu starr? Liegt es daran, dass sich die Schreib- und Kommunkationskultur verändert?

Ich finde ja! Ich finde man sollte mit Freunden sehr locker schreiben können, einfach einsteigen in den regelmäßigen Mailkontakt und gar nicht solange um den heißen Brei schreiben. So, als stände die Person fast neben einem.

Briefe sind eben nicht mehr in der Kommunikationskultur als einziges Mittel vorhanden und das ist auch gut so. Ich finde es sehr praktisch, dass ich mit den meisten kurze Verständigungswege pflegen kann und mit den tollen Menschen, die das smartphone verweigern schreibe ich gerne meine Mails, aber eben nicht mehr so steif wie das in Briefen früher war. Man ist eben näher gerückt und mich freuts.

Ich denke ich nehme heute einfach:

„Ich habe gerade an dich gedacht“

 

🙂  Na, geht doch!

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